IMPULSE THEATER FESTIVAL – Akademie des Prekären

14. bis 23. Juni – jetzt anmelden!

Mit dem Impulse Theater Festival geht auch die Impulse Akademie, die eigentlich aus zwei Akademien besteht, an den Start. Im Zentrum steht dabei Begriff des Prekären. Er adressiert in diesem Fall allerdings nicht die viel diskutierten ungesicherten Erwerbsverhältnisse freier Theaterschaffender. Im Sinne Judith Butlers bezieht er sich stattdessen auf eine existenzielle Gefährdung und Verletzlichkeit und denkt diese grundlegende precariousness jedes Lebens mit Blick auf die Fragilität, der sich künstlerisches Arbeiten immer dann aussetzt, wenn es neues, noch unbekanntes, eben ungesichertes Gelände betritt. Die Akademie betrachtet diese precariousness als die Eigenschaft der künstlerisch-ästhetischen Praktiken und Produktionsweisen der Freien Szene, der sich ihre größten Potenziale und zugleich ihre wesentlichen Bedrohungen verdanken.Während sich die Akademie #1 unter dem Titel „Zwischen Dorfplatz und Weltmarkt“ auch an etabliertere Profis aus künstlerischer Praxis und Produktion richtet und die Produktionsbedingungen in den Blick nimmt, fokussiert sich die Akademie #2, „Unsichere Begegnungen“, auf den Forschungsprozess und den Zusammenhang von Methode und Ästhetik in den Performing Arts.

U.a. als Workshopleiter*innen/ Referent*innen bei den Akademien: Cis Bierinckx, Kristof Blom, Anja Dirks, Corsin Gaudenz, Herbordt&Mohren, Hofmann&Lindholm, Stefan Kaegi, Daniel Kötter, Bojana Kunst, Lina Majdalanie, Doris Uhlich..

Akademie des Prekären #1 — Zwischen Dorfplatz und Weltmarkt

Freies Theater zwischen Ortsbezug und internationaler Koproduktion
14.-17.06., studiobühneköln sowie Produktionsorte im Raum Köln (Exkursionen)
Leitung: Kolja Burgschuld

Im Freien Theater trifft die Auseinandersetzung mit lokalen Communitys, individuellen Biografien, öffentlichem Raum und örtlicher Stadtgesellschaft auf internationale Kollaboration, Koproduktion und Gastspielreisen. In diesem Spannungsfeld von Lokalität und Globalität – so die These – zeigt sich eine Konstante des Freien Theaters, das damit ständig prekäres Terrain betritt. Die Gründe dafür sind allerdings nicht nur künstlerisch: In drei Themenblöcken stellt die Akademie den ästhetischen, den kulturpolitischen und den ökonomischen Diskurs ins Zentrum. Dabei wagt sich die Akademie selbst auf prekäres Terrain, indem jeder Tag mit einer Exkursion ins Ungewisse beginnt.

Zum Besuch der Akademie #1 ist eine Anmeldung erforderlich.
Nähere Informationen zur Anmeldung und zu den Kosten finden Sie hier.

Akademie des Prekären #2 — Unsichere Begegnungen

Über den Zusammenhang von Methode und Ästhetik im Freien Theater
20.-23.06., studiobühneköln
Leitung: Sandra Umathum

Wie wirken sich bestimmte Produktionsweisen und Probenverfahren auf Ästhetiken und Aufführungsformate aus? Und wie generieren Künstler*innen ihr Material? In der Freien Szene selbst wird viel über diese Fragen nachgedacht, aus wissenschaftlicher Perspektive wurden sie aber noch kaum erforscht.

Vier viertägige Workshops unternehmen Annäherungen an diese Phänomene. Als Fallstudie dient dabei das Prinzip der „unsicheren Begegnung“. Denn häufig finden die Künstler*innen der Freien Szene ihr Material in Kontexten, an Orten oder bei Menschen, auf die sie sich in teils aufwändigen Rechercheprozessen zubewegen. Dabei treten sie zunehmend als Forschende, Auszubildende, Lernende, Reisende oder Ethnograf*innen auf.

Deshalb arbeitet auch die Akademie mit ungewohnten Konstellationen: Jeder Workshop wird von einem Tandem aus je einer*m Vertreter*in der Kunst und der Nicht-Kunst geleitet. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen entwerfen und erproben diese Tandems neuartige Formen der künstlerischen (Zusammen-)Arbeit und schreiben so die zunehmende Verflechtung von Kunst und Nicht-Kunst bzw. von Praxis und Theorie exemplarisch fort. Wie lassen sich beide Seiten sinnvoll aufeinander beziehen? Wie können sie voneinander lernen und profitieren, nicht nur von der Expertise des Gegenübers, sondern auch von dessen Nicht-Wissen und Nicht-Können? Und inwiefern kann diese Akademie selbst zum Modellfall einer prekären Verzahnung von Kunst und Nicht-Kunst geraten?

Am 20.06. und am 22.06. fahren die Teilnehmer*innen außerdem mit Shuttle-Bussen zum Showcase-Programm im Ringlokschuppen nach Mülheim an der Ruhr. Einen weiteren Abend verbringen sie mit einer Person aus Köln, den „Köln-Pat*innen“, die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen entstammen und etwas von ihrem Köln zeigen und erzählen: von ihren Arbeitsplätzen, Wohnungen, alltäglichen Wegen, Lieblingsplätzen oder -menschen.

Zum Besuch der Akademie #2 ist eine Anmeldung erforderlich.
Nähere Informationen zur Anmeldungund zu den Kosten finden Sie hier.

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