Ausschreibung: Festivalakademie Schillertage 2019

20. INTERNATIONALE SCHILLERTAGE VOM 20. BIS 30. JUNI IM NATIONALTHEATER MANNHEIM

Friedrich Schiller fieberte. In Mannheim begann ein neuer Abschnitt seines künstlerischen Schaffens – und die Malaria, die in den Sümpfen Mannheims grassierte. Dieses biografische Detail bildet den Anlass für eine zehntägige praktisch-theoretische Erkundung.

Im Rahmen der Festivalakademie der 20. Internationalen Schillertage wollen wir das Phänomen Fieber aus dem Blickwinkel verschiedener Erfahrungsbereiche, Disziplinen und Diskurse erforschen und nach seinem Potenzial für unsere künstlerische und kritische Praxis suchen. Gemeinsam mit Expertinnen aus den darstellenden Künsten, aus Medizin, Philosophie, politischer Aktion und feministischem Film machen wir uns an eine produktive Umordnung unserer gewohnten Denk- und Handlungsräume. Wir suchen das Febrile im Körper, in der Stadt und der Geschichte, in unserer Sprache, auf der Bühne und der Kino-Leinwand. Zwischen Tropeninstitut und Theater. Wir bauen an einer infektiösen Poetik wider das immunisierte Leben.

Denn: Was macht man, wenn die Temperatur ansteigt? Die Ärztin sagt: Wadenwickel und Quarantäne! Die Epidemiologin sagt: Tote zählen, Lebende impfen! Die Politikerin sagt: Gesprächsbereitschaft! Straßensperren! Die Utopistin sagt: Aufheizen! Anstecken! Umstürzen! Und was machen wir jetzt?

Die Festivalakademie ist interdisziplinär und altersgemischt und richtet sich an Interessierte aus der künstlerischen, wissenschaftlichen und aktivistischen Praxis. Neben dem von Johanna-Yasirra Kluhs und Laura Strack konzipierten und begleiteten Akademieprogramm wohnen die Teilnehmenden dem Festival und seinem Rahmenprogramm bei. Sie erhalten außerdem ein Stipendium, das die Unterbringung bei Mannheimer Gastfamilien, einen Fahrtkostenzuschuss sowie gemeinsame Mahlzeiten beinhaltet.

Die Sprachen der Festivalakademie und des Festivals sind Deutsch und Englisch.

Referentinnen sind u.a.: Denise Kürten & Elena Felinska, Janina Kehr, Stacy Hardy, Esther Struck & Alexandra Knieps (SEE!), Maja Degirmendzic (God’s Entertainment), Ayşe Güleç & Aurora Rodonò (NSU-Komplex auflösen), Ülkü Süngün (Institut für künst-
lerische Migrationsforschung), Gerhild Steinbuch (Nazis und Goldmund) & Enis Maci, Betty Schiel & Stefanie Görtz (Internationales Frauenfilmfestival Dortmund|Köln).

Johanna-Yasirra Kluhs arbeitet als freie Programm- und Produktionsdramaturgin und künstlerische Beraterin. Sie co-leitete und jurierte Festivals, war als Programm-
dramaturgin an verschiedenen Orten tätig und arbeitet künstlerisch mit diversen
Regisseur*innen und Choreograf*innen. Sie co-leitet das Programm Interkultur Ruhr.

Laura Strack schreibt zur Zeit an einer Dissertation über prekäre Theaterinstitutionen zwischen Kunst und Politik. Sie übersetzt literarische und geisteswissenschaftliche Texte aus dem Französischen und Italienischen ins Deutsche und engagiert sich seit 2015 in verschiedenen Initiativen des antirassistischen Netzwerks Palermo, Sizilien.

Interessierte bitten wir darum, bis zum Mi, 1. Mai 2019 ein ca. einseitiges Motivationsschreiben einzureichen, das sich z.B. an folgenden Fragen orientieren kann:

  • Was ist Deine künstlerische, wissenschaftliche oder kritische Praxis und
    woran arbeitest du gerade?
  • Warum interessiert Dich das Thema »Fieber« und was fällt dir zu diesem
    Thema ein?
  • Welche brennenden Fragen, die etwas mit dem Festival und der Akademie zu tun haben könnten, beschäftigen Dich gerade besonders?

Bitte sendet Eure Bewerbungen per E-Mail an:
Nationaltheater Mannheim
Mozartstraße 9
68161 Mannheim
Randi Günnemann
randi.guennemann@mannheim.de
Tel.: 0621 1680 378

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