Showing: Cheers for Fears TRANSIT 2021

Recherche- & Produktionsplattform
Donnerstag, 30. September, ab 17:00 im Ringlokschuppen Ruhr

Von März bis September dieses Jahres ermöglichte die Initiative Cheers for Fears es künstlerische Teams aus den Performing Arts, ihre Ideen für transdisziplinäre Arbeiten in einem kreativen Umfeld zur Diskussion zu stellen und begleitet durch Kolloquien und Mentor:innen in einem intensiven Rechercheprozess (weiter) zu entwickeln. Fortgeschrittene Studierende und Absolvent:innen der Kunsthochschule für Medien Köln, des Zentrums für Zeitgenössischen Tanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln, der Kunstakademien in Münster und Düsseldorf, der Folkwang Universität der Künste und der Szenischen Forschung an der Ruhr-Universität Bochum präsentieren am 30. September die Ergebnisse ihrer Recherche in Form von Performances, Installationen und Filmen. Programmheft öffnen.

TRANSIT – Plattform für künstlerische Recherche und Produktion wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen von NEUSTART KULTUR. Die Mobile Akademie Cheers for Fears wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Kunststiftung NRW.

Golnaz Farmani – Ras mit die Sprache!
(Interaktive Performance)
17.15 – 18.30 Uhr Bühne 3

Wie verständigen wir uns, wenn deine*meine Muttersprache meine*deine Zweitsprache ist? Wie können wir über die Missverständnisse, Verletzungen, Hierarchien, Demütigungen… sprechen, die eben dann aufkommen, wenn wir miteinander sprechen?

In der Performance “Ras mit die Sprache!” schafft Golnaz Farmani gemeinsam mit der Performancekünstlerin und Muttersprachlerin Sophia Godau einen Raum, in dem die Machtdynamiken von Sprache erfahrbar werden. Dazu bringt sie Zweit- und Erstsprachler:innen sowie Expert:innen der kognitiven Linguistik und Kunst in einen Dialog und fordert dabei alle Seiten heraus, die im Schatten stehenden Probleme ins Licht zu rücken.

Künstlerische Leitung/Konzept/Performance: Golnaz Farmani
Kollaboration/ Performerin: Sophia Godau
Mentorin: Sahar Rahimi
Videokünstler: Pooyesh Frozandeh
Fotographie: Dana Schmidt
Videographie: Adam Seno

Luki von der Gracht – Inspiration Imagination Dedication
(Sound-Installation)
17.15 – 22.00 Uhr Foyer

In Luki von der Gracht’s Werk ist jede Arbeit Fragment einer größeren Suche, die wie ein Puzzle angeordnet ist, aber mit Lücken und offenen Fragen, die Identität ergründen. Es finden sich darin Wiederholungen, Veränderungen und Verwandlungen, die sensibel aus persönlichen Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit medialen Umwelten schöpfen.
Das interdisziplinäre musikalische Gruppenprojekt involviert Teilnehmende der LSBTI*-Community und stellt sich der Frage, wie Empowerment funktioniert, was uns antreibt und Kraft gibt. Luki sieht die künstlerische Arbeit als Werkzeug, um Heilung zu bewirken und zu empowern, dabei schöpfen ihre Arbeiten immer aus persönlichen Erfahrungen.

Das Zwischenresultat dieses on-going Projektes wird hier anhand ausgewählter Songs, die im Rahmen von TRANSIT entstanden sind, gezeigt.

Künstlerische Leitung/Konzept/Musik: Luki von der Gracht
Musiker:innen: Gabby Electra, Ilgen Nur, Alex Michalak
Mentorinnen: EVA & ADELE
Ankündigungstext: Dora Cohnen

iSaAc Espinoza Hidrobo – maiskind
(Dance Gathering /
Film)
17.15 – 18.00 Uhr Außengelände / 19.45 – 20.15 Uhr Bühne 3

Ausgehend vom Schöpfungsmythos der Maya, nach dem die Götter die ersten Menschen aus Mais schufen, geht die Künstlerin iSaAc Espinoza Hidrobo der Frage nach, wie die westliche Perspektive transformiert werden kann, um unsere Verbindung nicht in der Gleichheit aller, sondern in unseren Unterschieden zu erkennen. Denn „it is not about you, it’s about all of us.“ maiskind bildet eine transdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstler:innen (Tänzer:innen, Musiker:innen, bildende Künstler:innen) sowie Kunst- und Tanzbegeisterten rund um die Bedeutung von Identität, Empathie und Gemeinsamkeit. Das Projekt hat durch seine Dance Gatherings im öffentlichen Raum Kölns Türen geöffnet, um sich gemeinsam zu bewegen, zu genießen und mit sich selbst, anderen und der Außenwelt in Verbindung zu treten.

maiskind wurde entwickelt von und mit:

Künstlerische Leitung/Konzept/Choreographie: iSaAc Espinoza Hidrobo
Performer:innen: Ander Ballarin, Brigitte Huezo, Ceci San José, Constanza Ruiz Campusano, Charlotte Werner, Dasha Myasnikova, Demetris Vasilakis, Eithan Albay, Franz-Josef Heumannskämper, Katharina Senzenberger, Lisa Hellmich, Maria Mercedes Flores, Sarah Espinosa. Yeojin Kim.
Musiker:innen/Komponist:innen: Emilia Golos, Szymon Wojcik, Thea Soti.
Maler:in: Joanna Stange, Dan Arenzon.
Videographie: Beomseok Jeong.
Photographie: Sam Youssef.
Produktionsassistenz: Ana Gonzalez.
Technische Assistenz: Bastian van Velthofen.
Kostüm: she-saac, Joanna Stange.
Konsultation (Mentoring) während des Arbeitsprozesses: Saša Asentić, Cyndy García-Weyandt.

Fake Friktion – Ein Museum der Aufmerksamkeiten
(Installative Performance) –
19.30 – 20.15 Uhr & 21.15 – 22.00 Uhr Bühne 2

In einem Zeitalter, in dem Informationen im Überfluss vorhanden sind, wird unsere Aufmerksamkeit zur Ware. Der transdisziplinäre Organismus Fake Friktion geht dabei der Frage nach, wie unsere Aufmerksamkeit gelenkt wird / werden kann. In einer performativen Installation möchte Fake Friktion die Mechanismen und Gefahren der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie aufzeigen, Absurditäten entlarven und spielerisch zwischen virtuellen und analogen Räumen, zwischen darstellender und bildender Kunst forschen.

Künstlerische Leitung/Konzept/Performance:

Milena Cestao Kolbowski (Performerin und Regisseurin)
Wayne Götz (Diplom Physiker, Physical Performer)
Bruna Cabral (Perkussionistin, Komponistin)
Valentin Schwerdfeger (Performer, Visual Artist)
Johanna Johnen (Kunstwissenschaftlerin)

Mentor:innen / Beratung:

Journalist, Publizist: Dirk von Gehlen
Art&Akten // Raum für digitale Kunst-und Kulturvermittlung: Amanda Rosengarth (Kunsthistorikerin / Kunstvermittlerin) & Armin Tavakolian  (Developer)
Raumkonzeption / Setting: Ivo Schneider
Visual Arts/3D & AR-Design: Lukas Becker
Visual Arts/ Sensor Technik: Leonard Leyens

Renate Mihatsch – So Very Close – IN PROGRESS
(Performance)
18.45 – 19.15 Uhr Außengelände

So Very Close – in progress gibt einen Einblick in einen Arbeitsprozess

Ein Prozess des Zusammen- und Übertragens

Ein Nachspüren von Spannungen zwischen Härte und Sensibilität

Zwischen Einfordern, Einfühlen, Hinfühlen

Eine Kollaboration diverser Künstler:innen

Material und Subjekt

Körper in Bewegung

Sonnen- zu Scheinwerferlicht

Gras und Körper

Schall in der Erde

Schall in der Luft

Künstlerische Leitung/Konzept: Renate Mihatsch
Performer:Innen: iSaAc Espinoza Hidrobo, Brigitte Huezo, Katharina Senzenberger, Charlotte Werner
Soundkomposition: Isabelle Finou

Styling: Marie-Luise Wolf

Technische Assistenz: Friedrich Böll
Kamera: Linda Schefferski

Beratendes Gespräch: Doris Uhlich

Manuel Talarico 11 12 13 et al.
(Bühnenstück)
20.30 – 21.15 Uhr Bühne 3

(…) mein Onkel hatte auch einen Klon, seinen Zwilling, der kurz nach der Geburt verstarb. Ebenso starb sein älterer Bruder, als sie noch Kinder waren, 1962. Er war neun, der Zwilling, der überlebte, vier, Mama zehn, meine Tante dreizehn. Der große Bruder erzählte dem kleinen von den Sternen, wenn sie in Sommernächten in den Maisfeldern lagen. Der Kleine wurde Ingenieur und gab die Faszination an Flugzeugen und Raketen an seinen Patensohn weiter. Dieser, mein ältester Bruder wiederum hat mich mit dem Science-Fiction- und Weltraum-Faible angesteckt…und das alles geht möglicherweise auf den Onkel zurück, der neunjährig starb? (…)

11 12 13 et al. arbeitet mit vielperspektivischem Erzählen, multidirektionaler Geschichte und Biografie. Wie erzählen wir die eigene Biografie, was sind Deine Geschichten, was sollen unsere Geschichten sein?

Dieses Recherche- und Schreibprojekt startete aus einer gewissen Ratlosigkeit heraus, ob die künstlerische Praxis der Aneignung und des Remix möglicherweise einer verinnerlichten Konsumhaltung entspringt, die – unbewusst vielleicht – nicht einmal Halt macht vor Schicksalen, Biografien und Kulturpraktiken anderer? Was macht das mit den Konsumenten, mit den Konsumierten?

Künstlerische Leitung/Konzept: Manuel Talarico
Mentorin/Co-Autorin: Bernice Lysania Ekoula Akouala & Stephanie Sczepanek
Mentorin/Choreografie: Eng Kai Er
Co-Autorin: Franziska Jürgens
Cheers for Fears TRANSIT wird gefördert  vom  Fonds  Darstellende  Künste  aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien  im Rahmen von NEUSTART KULTUR sowie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kunststiftung NRW.

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